„Die Wolle ist verknotet!“ Für einen Menschen, der gerne handarbeitet, ist das kein Problem, sondern eine kurze Geduldsprobe. Man muss versuchen, den Knoten zu lösen. Möglichst so, dass die Wolle nach dem Entknoten noch unversehrt ist. Man arbeitet mit einer stumpfen Nadel, benutzt auch die Fingernägel, zieht hier, verfolgt dort, wie der Faden verläuft, und nach einer Weile ist der Knoten gelöst und das Garn wieder ordentlich aufgewickelt. Erfolgserlebnis.

Die ersten Strick-Schritte

Lernt man stricken, beginnt man meist mit einer Arbeit, die sich auf rechte Maschen und gerade Ränder beschränkt. Es geht erst einmal darum zu lernen, die einzelnen Maschen gleichmäßig zu stricken, sodass sie nicht zu fest auf der Nadel sitzen oder Löcher entstehen. Nur mit gleichmäßigen Maschen wird die Arbeit fest und nicht löchrig.

Hat man die Anfänge geschafft, geht es an ärmellose Pullover, an linke Maschen, vielleicht auch an Mützen, die rundgestrickt werden.

Immer schwieriger

Im Laufe der Zeit werden die Projekte von den Techniken her schwieriger, es werden wertvollere Materialien verwendet, die Projekte werden zeitaufwendiger und größer. Da kann auch mal eine zwei mal zwei Meter große Wolldecke aus verschiedenen Quadraten in unterschiedlichen Stricktechniken gefertigt werden. Oder man traut sich an das Stricken von Socken heran.

Stricken im Gefängnis

Dass Stricken auch eine soziale Komponente hat, hat das Projekt in einem Gefängnis in den USA gezeigt. Hier bekamen die Gefangenen die Chance, stricken zu lernen. Viele Insassen nahmen das Angebot an und griffen zu den Nadeln. Sie wurden durch das Stricken ruhiger, gingen eher auf Mitgefangene ein und waren stolz auf die Strickarbeiten, die sie fertigstellten.

Persönliches Produkt

Handgearbeitete Strickwaren haben ihren Wert für den Träger oder die Trägerin. Das Material für das Produkt wurde mit Sorgfalt ausgewählt, das Projekt für den zukünftigen Besitzer vorbereitet, die Herstellung brauchte eine geraume Zeit. All dies lässt bei Allen, die einen Schal, ein paar Strümpfe oder gar einen ausgefallenen Pullover erhalten, Freude aufkommen. Und der Stricker oder die Strickerin freuen sich mit.